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RundUm-Regatta und Schluchsee-Meisterschaft 2026

28. Jul. 2026, um 13.43 Uhr

Die alljährliche RundUm-Regatta wird am Schluchsee seit Jahrzehnten als seglerischer Saisonhöhepunkt ausgetragen. Seit einigen Jahren kam noch der Sonntag als zusätzlicher Wettfahrttag hinzu, so dass seither eine würdige Schluchsee-Meisterschaft ausgetragen werden kann. In diesem Jahr wurde ein neues Format ausprobiert: Am Samstag wurde bei der „kleinen RundUm“ ein Kurs mit Rundungstonne am Strandbad Schluchsee gesegelt. Am Sonntag bei der „großen RundUm“ ging es dann durch den berüchtigten Schlauch bis kurz vor die Staumauer. Beide Läufe ergeben zusammengezählt die Schluchsee-Meisterschaft.



Trotz schönstem Sommerwetter fanden sich an beiden Tagen nur jeweils 23 Segler beziehungsweise Teams ein. Woran die niedrige Beteiligung liegt, darüber lässt sich nur spekulieren. Regattasegeln steht generell nicht mehr hoch im Kurs, da ist der Schluchsee bundesweit keine Ausnahme. In diesem Jahr kam aber auch sparsame Werbung für die Veranstaltung hinzu. Immerhin fand ein auswärtiges Team von der Akademischen Segelgruppe Karlsruhe den Weg an höchstgelegene Segelrevier Deutschlands.

Bei der Steuerleutebesprechung musste Wettfahrtleiter Christian Stock eine traurige Nachricht bekannt geben: Der langjährige RundUm-Teilnehmer Rainer Pohl war überraschend am Wochenende zuvor verstorben. Eigentlich hatten viele Schluchseesegler gehofft, ihren Segelfreund Rainer und seine Partnerin Sonja auch in diesem Jahr mit ihrem Korsar bei der RundUm begrüßen zu dürfen. Der Krebs hat es verhindert. Mit einer Schweigeminute gedachte die Versammlung auch ihrem alten Freund Bernd Wagner, der vor einigen Wochen ebenfalls an Krebs verstorben war.

Beide Segelfreunde hätten gewollt, dass gesegelt und Spaß gehabt wird. Und so geschah es dann auch. Beim Startschuss pünktlich um 13 Uhr wehte wie so oft in dieser Saison ein launischer Wind aus südwestlichen Richtungen (der Plural ist hier angemessen). Doch es sind nicht allein die heftigen Dreher, die die Segler verrückt machen, es sind vor allem die vielen Flautenlöcher, die sich überraschend vor einem auftun. Da kann man noch so geschickt einen Vorsprung heraus segeln, man parkt dann ein, und von hinten kommt das bislang sicher im Sack geglaubte Feld mit frischer Brise angerauscht.

Es gibt allerdings Bootstypen, die mit diesen extrem wechselhaften Bedingungen besser klarkommen als andere. Dazu zählen die meisten Jollentypen, aber auch einige Kielboote wie insbesondere das Starboot, das ein hohes Rigg mit ausreichend Gewicht kombiniert, um durch so manches Flautenloch durchzustechen. Sehr schnelle Boote wie Skiffs und Katamarane haben das Nachsehen, sie brauchen erstens halbwegs stabilen Wind, um laminare Strömung am durchgelatteten Großsegel aufzubauen, und zweitens segeln sie auf dem Vorwindkurs regelmäßig heraus aus den Windfeldern, um dann einzuparken. Bei Yardstickregatten werden sie auf der Ergebnisliste regelmäßig nach hinten durchgereicht, sie können ihre niedrige Yardstickzahl nur selten kompensieren.

Fakt ist aber auch, dass Segelerfahrung auch am Schluchsee eine Menge zählt. Und so war es kein Wunder, dass das langjährige Regattateam Jacob Werner und Harald Johler mit seinem geliehenen FD nicht nur First Ship Home bei der kleinen RundUm war, sondern auch berechnet gewinnen konnte. Auf Platz zwei folgten die Karlsruher Friedbert Mathes und Olaf Kaspryk mit ihrem Micro-Cupper. Obwohl nur 5,50 Meter lang und mit Kajüte versehen, ist dieser Hubkieler erstaunlich flott unterwegs. Platz drei ging an Markus Laden/ Ingrid Whitehall, die mit ihrem Star das beste offene Kielboot in der Wertung waren. Die Jugendwertung gewannen auf einer 420er-Jolle die Schwestern Carla und Lucie Löbbicke. Ihr häufiges Training in den letzten Wochen hat sich offensichtlich ausgezahlt.

Bei der großen RundUm am Sonntag war der Start schon um 11 Uhr morgens angesetzt. Normalerweise ist morgens etwas stabilerer Wind als um die Mittagszeit. Doch wie sich einmal mehr zeigte, sollte man die Worte wie „normalerweise“ und „stabil“ am Schluchsee lieber nicht in den Mund nehmen. Die von allen Wetterprognosen angesagte Front mit Westwind von bis zu fünf Windstärken kam erst um kurz vor zwölf Uhr, so dass die Wettfahrt erst in der zweiten Hälfte lebendig wurde. Bis dahin hatte es das Feld immer wieder zusammengeschoben. An der Wendetonne im Schlauch erfolgte nach 50 Minuten Renndauer sogar ein regelrechter Neustart, zumindest für den Pulk der führenden Boote.

Aber wie dem auch sei: Am Schluss gab es vollkommen verdiente Sieger. Jacob Werner und Harald Johler gewannen auch die große RundUm und durften den Wanderpokal als Schluchseemeister nach Hause mitnehmen. Denkbar knapp ging es bei den Plätzen zwei und drei zu: Hier konnten sich Markus Laden und Ingrid Whitehall punktgleich vor Friedbert Mathes und Olaf Kaspryk platzieren.

Am Ende dieses schönen Wochenendes konnte man in lauter zufriedene Gesichter blicken. Am Samstagabend hatte Interims-Küchenchef Michael Aichele mit seinem Team leckere Pizza im Holzofen gebacken. Das Lagerfeuer brannte bis in die Nacht hinein, und es wurde allerhand Seglerlatein ausgetauscht. Sportwart Jens Reimer, der die ganze Veranstaltung mit viel Arbeit organisiert hatte, wurde von allen Anwesenden mit herzlichem Applaus bedankt.

Christian Stock

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